Vorschaubild zur Soundinstallation "After Halle" von Talya Feldman
Ausstellungsvorschau

After Halle

Soundinstallation von Talya Feldman / 09.11.2021 - 17.04.2022

In einer Kabinettausstellung zeigen wir eine Soundinstallation von Talya Feldman. Darin setzt sich die Künstlerin mit dem Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 auseinander.

Am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, versuchte ein bewaffneter Rechtsextremist, in die Synagoge in Halle einzudringen. Als es ihm nicht gelang, mit Waffengewalt die Tür zu öffnen, ermordete er eine Frau auf offener Straße und später einen Gast in einem Döner-Imbiss.

„After Halle“ kreist um das Trauma des Überlebens und den Nachhall eines beinahe vollführten Massenmords. Die 10-Kanal-Soundinstallation von Talya Feldman setzt Stimmen von zehn Überlebenden des Anschlags in Szene – unter diesen auch ihre eigene. Zu hören sind die Melodien, die am Tag nach Beendigung des Gottesdienstes gesungen wurden. Diese meist textlosen Klänge – Nigunim genannt – sind oft Teil religiöser Handlungen und stehen für eine gemeinschaftliche spirituell-religiöse Erfahrung. Jeder individuellen Stimme ist in der Installation ein einzelner Lautsprecher zugeordnet, dessen Hülle den ethischen Code der Triage aufgreift. Als Triage werden die Kriterien bezeichnet, nach denen das medizinische Personal in Krisensituationen entscheidet, welche Patienten behandelt und am Leben gehalten werden. Mit dieser Anspielung fragt die Soundinstallation nach der gesellschaftlichen Verantwortung „Nach Halle“.

Talya Feldman
Talya Feldman © Talya Feldman

Die Medienkünstlerin Talya Feldman, geboren in Denver/Colorado, ist eine Überlebende des Anschlags von Halle und Doktorandin an der Hochschule für bildende Künste inHamburg. Ihre Klanginstallation „The Violence We Have Witnessed Carries a Weight on Our Hearts“ wurde 2021 mit dem DAGESH-Kunstpreis ausgezeichnet. Weltweite Anerkennung erfuhr sie auch für ihre Projekte zur Bekämpfung des rechtsextremen Terrors in Zusammenarbeit mit dem Aktivistennetzwerk NSU-Watch.

Der Kunstraum in der 2. Etage der Dauerausstellung widmet sich der jüdischen Gegenwartskunst und präsentiert wechselnde künstlerische Positionen, die sich mit der jüdischen Tradition beschäftigen. 

Die Ausstellungseröffnung findet im Rahmen der Lernnacht zum 9. November statt.

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt

Heute geöffnet: 10:00 – 18:00

  • Museumsticket (Dauerausstellung Jüdisches Museum+Museum Judengasse) regulär/ermäßigt
    12€ / 6€
  • Kombiticket (Wechselausstellung + Museumsticket) regulär/ermäßigt
    14€ / 7€
  • Wechselausstellung regulär/ermäßigt
    10€ / 5 €
  • Frankfurt Pass/Kulturpass/Geflüchtete
    1€
  • Am letzten Samstag des Monats
    Frei
  • (ausgenommen Teilnehmer gebuchter Führungen)

  • Eintritt nur Gebäude (FLOWDELI/Museumshop/Bibliothek)
    Frei
  •  

  • Freien Eintritt genießen:

  • Mitglieder des Fördervereins

  • Geburtstagskinder jeden Alters

  • Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre

  • Studenten der Goethe-Uni / FH / HfMDK

  • Inhaber von Museumsufer-Card oder Museumsufer-Ticket (deren Gültigkeit wurde automatisch um die Schließzeit im Lockdown verlängert)

  • Mitglieder von ICOM oder Museumsbund

  •  

  • Ermäßigung genießen:

  • Studenten / Auszubildende (ab 18 Jahren)

  • Menschen mit Behinderung ab 50 % GdB (1 Begleitperson frei)

  • Wehr- oder Zivildienstleistende / Arbeitslose

  • Inhaber der Frankfurt Card

Link zum Standort Link zum Standort

Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main

Routenplaner