
„OUT OF THE BOX“ stellt nicht nur die Pionierin der Kleinbildkamera, sondern auch die Wissenschaftlerin und Journalistin vor. Gisèle Freund machte sich insbesondere mit ihren farbigen Porträtaufnahmen einen Namen. Ihre frühen Fotografien weisen eine ästhetische Vielseitigkeit und Experimentierfreude auf, die bislang wenig gewürdigt wurde. Als Autorin reflektiert sie fortwährend, was sie sieht. Ein besonderes Augenmerk legt die Schau daher auf die politische Beobachterin, die das Zeitgeschehen in Text- und Bildform kommentiert. Zudem thematisiert sie das internationale Netzwerk von Frauen, darunter Adrienne Monnier, Victoria Ocampo und Frida Kahlo, die das Überleben Freunds in der Emigration möglich machten.
Zur Ausstellung erscheint ein deutsch- und ein englischsprachiger Katalog im Steidl Verlag.
Gisèle Freund

Die in Schöneberg geborene jüdische Fotografin Gisèle Freund (1908–2000) prägte mit ihren Aufnahmen zahlreicher Persönlichkeiten aus Literatur, Kunst und Politik die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Sie war nicht nur eine brillante Fotografin, sondern auch eine scharfsinnige Gesellschaftskritikerin, die die Macht der Bilder hinterfragte.
Ihr Weg als Fotografin und Gesellschaftskritikerin begann in Frankfurt, wo sie Soziologie bei Karl Mannheim studierte und gleichzeitig Seminare am Institut für Sozialforschung bei Max Horkheimer besuchte. Als Mitglied der „Roten Studentengruppe“ dokumentierte sie Demonstrationen von sozialistischen und kommunistischen Organisationen, bevor sie 1933 vor drohender Haft nach Paris floh. Mit ihrer Dissertation, die 1936 erschien, leistete sie Pionierarbeit in der Erforschung moderner Bildkultur und kritisierte insbesondere die Scheinobjektivität des Mediums.
Bekannt ist sie vor allem für ihre Porträtfotografien in Farbe, in denen sie sich gegen die starren Konventionen wandte, die über Jahrhunderte hinweg zur sozialen Inszenierung genutzt wurden. Freund entwickelte eine eigene, persönliche Form des Porträts und hielt ihre Modelle oft in natürlichen, nachdenklichen oder verletzlich wirkenden Momenten fest. Aufgrund der Besetzung Frankreichs floh die Jüdin 1941 nach Lateinamerika, arbeitete für Time, Life und weitere namhafte Medien und kehrte erst 1953 nach Paris zurück. Am 31. März 2000 starb sie in Paris. Sie wurde auf dem Friedhof Montparnasse beigesetzt.
Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt
Heute geöffnet: 10:00 – 18:00
- Museumsticket (Dauerausstellung Jüdisches Museum+Museum Judengasse) regulär/ermäßigt12€ / 6€
- Kombiticket (Wechselausstellung + Museumsticket) regulär/ermäßigt14€ / 7€
- Wechselausstellung regulär/ermäßigt10€ / 5 €
- Familienkarte20€
- Frankfurt Pass/Kulturpass1€
- Am letzten Samstag des MonatsFrei
(ausgenommen Teilnehmer gebuchter Führungen)
- Eintritt nur Gebäude (Life Deli/Museumshop/Bibliothek)Frei
Freien Eintritt in die Ausstellungen genießen:
Mitglieder des Fördervereins
Geburtstagskinder jeden Alters
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
Studenten der Goethe-Uni / FH / HfMDK
Auszubildende aus Frankfurt
Geflüchtete
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Inhaber der hessischen Ehrenamts-Card
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Ermäßigung genießen:
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Arbeitslose
Inhaber der Frankfurt Card
Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main