Judenhass im Internet: Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektiver Gefühlswert

Vortrag mit Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel

Do. 27.06.19 / 18:00 Uhr

Judenhass im Internet
© Verlag Hentrich & Hentrich

Veranstaltungsort: Goethe-Universität Frankfurt, IG Farbenhaus, Raum IG 311


Weltweit nimmt die öffentliche Verbreitung von Antisemitismus über das Internet drastisch zu. Dabei zeigt sich, dass uralte judenfeindliche Stereotype sich mit neuen Konzeptualisierungen verbinden. Die Basis von Judenhass ist hingegen unabhängig von politischen, sozialen, ideologischen und ökonomischen Faktoren. Sie besteht in einem kulturellen Gefühlswert, der auf der Wahnvorstellung fußt, Juden seien das Übel in der Welt. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Internet-Kommunikation, die in einer Langzeit-Studie erhoben und ausgewertet wurden, erörtert der Vortrag, dass sich zwar oberflächliche Formen und kommunikative Prozesse im digitalen Zeitalter verändern, der alte kollektive Hass gegenüber Juden jedoch ungebrochen fortwirkt. Dabei zeigt sich, dass Antisemitismus nicht bloß ein Vorurteilssystem ist, sondern über Sprachgebrauchsmuster ständig reproduziert wird und im kollektiven Bewusstsein lebendig bleibt. Auch die Erfahrung der Schoa hat diese Tradition nicht gebrochen.

Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel ist Antisemitismusforscherin am Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin. 2019 ist ihr Buch „Judenhass im Internet“ im Verlag Hentrich & Hentrich erschienen.

Um Anmeldung wird gebeten unter: info@juedischesmuseum.de

Eintritt frei

Eine Kooperation der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt mit dem Förderverein des Fritz Bauer Instituts e.V. Anmelden Termin speichern Anfahrt