Täterhandeln im Nationalsozialismus. Ein Unterrichtsmodell zum historischen Lernen über die Shoah

Lehrerfortbildung am 21. Februar an der Goethe-Universität Frankfurt

Franz Fischer in seiner Gefängniszelle im Kuppelgefängnis in Breda im Mai 1976
Franz Fischer in seiner Gefängniszelle im Kuppelgefängnis in Breda im Mai 1976

Die Tatsache, dass ihr Großonkel Franz Fischer als NS-Verbrecher in den Niederlanden fast 44 Jahre inhaftiert war, im Familiennarrativ aber stets als „Kriegsgefangener“ bezeichnet wurde, bildet den familienbiografischen Ausgangspunkt der Forschungen Eva Lettermanns. Ausgehend von der kritischen Aufarbeitung der Biografie ihres Großonkels setzt sich die Paderborner Lehrerin und Fachleiterin für Geschichte fachwissenschaftlich, fachdidaktisch und zugleich familienbiografisch mit individuellem Täterhandeln auseinander.

Was und wie können Schüler*innen über die Shoah durch die Thematisierung individueller NS-Täterschaft historisch lernen? Welchen Beitrag kann die Auseinandersetzung mit individuellem Täterhandeln im Geschichtsunterricht zur Förderung der Entwicklung historischer Kompetenzen, zur Subjektorientierung, im Rahmen von Menschenrechtserziehung leisten? Um diese Fragen zu beantworten, wird Eva Lettermann in ihrem Vortrag insbesondere die Entscheidungs- und Handlungsspielräume unterschiedlicher Täterinnen und Täter thematisieren. Im praktischen Teil werden exemplarisch Einblicke in das konzipierte Unterrichtsmodell ermöglicht.

Die Veranstaltung ist als Lehrerfortbildung in Hessen akkreditiert. LA-Angebotsnummer: 01995588

Donnerstag, 21. Februar 2019, 14.30–17.00 Uhr
Goethe-Universität, Campus Westend, Frankfurt am Main
Referentin: Dr. Eva Lettermann
Leitung/Anmeldung: sophie.schmidt@stadt-frankfurt.de