Regal in der Bibliothek des Jüdischen Museums

Perspektiven aus dem jüdischen Heute

Buchempfehlungen aus dem Museumsteam
Porträt von Korbinian Böck
24. August 2022Korbinian Böck

In unserer Museumsbibliothek findet Ihr ein eigenes Fach mit Literatur-Tipps zur jüdischen Gegenwart. Jeden Monat stellen Mitarbeiter*innen aus unserem Team weitere Bücher aus diesem Themenbereich vor.

Neuer Roman von Sasha Marianna Salzmann

Foto von Johanna Weiß neben Buchcover zu "Im Menschen muss alles herrlich sein"

Johanna Weiß aus unserem Kuratorenteam empfiehlt den neuen Roman von Sasha Marianna Salzmann:

In ihrem 2022 erschienen Roman "Im Menschen muss alles herrlich sein" erzählt Salzmann die Lebensgeschichten von vier Frauen im Auge des Wandels. Ausgangspunkt ist Lena, die in den 1970er-Jahren in der Sowjetunion aufwächst und trotz des korrupten Bildungssystems ein Medizinstudium anstrebt, auch um die wahre Todesursache ihrer Mutter herauszufinden. Nach der Übersiedlung als sogenannte jüdische Kontingentflüchtlinge wächst ihre Tochter Edita in den 1990ern in Deutschland auf. Im jungen Erwachsenenalter sucht und findet Edita ihre eigene Identität als queere, jüdische Frau. Das Mutter-Tochter Gespann teilt seine Erfahrungen und Kämpfe mit einem weiteren Mutter-Tochter-Paar, Tatjana und Nina, die zur selben Zeit in Deutschland den Neustart wagen. Der erste Teil des Buchs spielt in Zeitsprüngen von je einem Jahrzehnt in der Sowjetunion, der zweite Teil im heutigen Berlin.
Salzmann zeichnet präzise und bildgewaltig die bewegten Geschichten dieser Frauen nach, ihr Ringen, zueinander zu finden. Zugleich geht es immer auch um die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Generationen sich wechselseitig beeinflussen, wie religiöse und private Identitäten neu konstruiert werden und welchen Einfluss politische Systeme auf persönliche Schicksale haben.

Judentum und Social Media

Buchcover von "Tzipporim" neben einem Foto von Sara Soussan

Sara Soussan, unsere Kuratorin für Jüdische Kulturen der Gegenwart, empfiehlt "Tzipporim – Judentum und Social Media" von Chajm Guski:

"Tzipporim" ist kein Buch über die Darstellung von jüdischen Menschen und Inhalten in den Sozialen Medien. Chajm Guski – Autor, Blogger , Podcaster und vieles mehr – dreht den Spieß um und verknüpft Fragen des digitalen Umgangs mit jüdisch-ethischen Konzepten und Prinzipien aus den jüdischen Quellen. Was lässt sich in der Tora zu Facebook finden? Was lesen wir im Talmud über Twitter? Es zeigt sich, dass die Regeln des zwischenmenschlichen Umgangs aus diesen Quellen als Kodex für eine umsichtige Kommunikation in den Sozialen Medien dienen können. Die Konzepte sind verblüffend aktuell, manches scheint gar wie für einen jüdischen Internet-Knigge geschaffen. Das Büchlein ist so gehalten, dass jede und jeder dem Text folgen kann, auch ohne tiefere Vorkenntnisse. Eine Übersicht über die Quelltexte (Wer ist wer?), ein Literaturverzeichnis und ein Index der jüdischen Quellen erlauben weitergehende Recherchen. Unbedingter Lese-Tipp!

Bilderkarten zur Gegenwart und Geschichte jüdischen Lebens

Foto von Rifka Ajnwojner neben einer Abbildung der Bilderbox zur Gegenwart und Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland

Rifka Ajnwojner aus unserem Vermittlungsteam stellt hilfreiches Unterrrichtsmaterial zur Gegenwart und Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland vor:

Gemeinsam mit der Deutschen UNESCO haben wir anlässlich des Festjahres "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" die interaktive Bilderbox "Bilderkarten zur Gegenwart und Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland" entwickelt, gefördert vom Auswärtigen Amt. Das Unterrichtsmaterial lädt dazu ein, die Vielfalt jüdischen Lebens in Geschichte und Gegenwart zu erschließen. Die Bilderbox bietet sich sowohl für verschiedene Unterrichtsfächer wie Kunst Religion, Ethik, Deutsch, Geschichte, Musik als auch für verschiedene Jahrgangsstufen an. Sie ist bereits deutschlandweit in über 2.000 Schulen, Museen und Lernorten im Einsatz.

Die Box könnt Ihr kostenfrei bestellen. Weitere Infos findet Ihr in diesem Beitrag.

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