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Mein Lieblingsobjekt

Das Museumsteam stellt besondere Objekte aus der Sammlung vor
Porträt von Korbinian Böck
02. März 2021Korbinian Böck

Jeden Monat stellen Mitarbeiter*innen unseres Teams auf der Museumswebsite und unseren Social Media-Kanälen ein Lieblingsobjekt aus unserer Sammlung vor. In diesem Beitrag sammeln wir sämtliche Beiträge.

Restituiertes Gemälde von Henri Matisse

Foto von Theresa Gehring neben Gemälde von Henri Matisse, "Le mur rose"
Ein Matisse-Gemälde mit wechselvoller Geschichte hat es unserer Kommunikationsleiterin Theresa Gehring besonders angetan.

Theresa Gehring ist die Leiterin unserer Kommunikation. Ihr Lieblingsobjekt aus unserer Sammlung ist dieses Gemälde mit dem Titel "Paysage – Le mur rose" von Henri Matisse:

"Derzeit ist das Reisen nicht besonders leicht und so wende ich für mich persönlich einen kleinen Trick an: Ist das Fernweh zu groß, stelle ich mich vor unseren Matisse in der neuen Dauerausstellung im Rothschild-Palais und reise im Kopf. Immer wieder entdecke ich auf diesem Gemälde, das Matisse 1868 auf Öl mit dem Titel Korsika malte, neue Nuancen. Zudem ist das Gemälde ein Beispiel für erfolgreiche Restitution.

1917 hatte Harry Fuld, einst bekannter Unternehmer in Frankfurt, das Landschafts-Gemälde für seine umfangreiche Kunstsammlung erworben. 1943 wurde es angeblich von einem Berliner Auktionshaus versteigert, hing aber in der Berliner Privatwohnung des Auktionators Hans Wolfgang Lange. Nach dem Krieg tauchte das Kunstwerk in Tübingen wieder auf, wo es durch die französische Armee beschlagnahmt wurde. 1949 wurde es dem Musée National d`Art Moderne in Paris übergeben, dass 2008 die früheren Besitzer – die Familie Fuld – ermittelte und das Gemälde an sie restituierte. 2010 konnten wir es schließlich mit tatkräftiger Unterstützung unseres Fördervereins erwerben. Damit ist das Bild wieder an seinen Ursprungsort zurückkehrt. In unserer Dauerausstellung erzählen wir seine Geschichte."

Möbelinstallation von Nir Alon

Foto von Eva Atlan neben Möbelinstallation von Nir Alon
Unsere Sammlungsleiterin Eva Atlan neben der Möbelinstallation 'The Glory and the Misery of Our Existence' von Nir Alon.

Eva Atlan ist unsere Sammlungsleiterin. Hier stellt sie Euch ihr Lieblingsobjekt aus unserer derzeit leider geschlossenen neuen Dauerausstellung vor.

"'Wir erfahren Kunst mit unseren Augen und unserem Körper', sagte mir der Künstler Nir Alon als ich ihn vor rund vier Jahren einlud, eine Installation für unsere Dauerausstellung zu entwickeln. Entstanden ist 'The Glory and the Misery of Our Existence'. Das Werk bezieht sich teils auf Alons Familiengeschichte, teils lädt er uns aber auch in eine irreale Welt ein.

Wie ein Bildhauer setzt er sich mit Gewicht, Schwerkraft und Dreidimensionalität auseinander. Auf den ersten Blick scheinen seine Inspirationen jedoch nur durch Gegenstände reflektiert zu werden. Die Tische, Stühle und Sessel sind ohne jeglichen ästhetischen Anspruch, sie weisen Gebrauchsspuren auf und bilden einen konkreten Bezugspunkt. Wichtig ist die Art und Weise, wie Nir Alon sie zueinander aufbaut, wie er sie ihrer eigentlichen Funktion beraubt und in ein schwebendes Gleichgewicht bringt. Wenn die Leuchten die Tische und Stühle losgelöst vom Boden erscheinen lassen, werden die Möbel und ihr Zusammenspiel zu Metaphern für die Gefährdung des Gleichgewichts und der Sicherheit und nicht zuletzt für das Leben als dauernder, existenzieller Balanceakt.

Die entstandene Installation fasst Nir Alon wie eine Theaterbühne auf. Der Besucher ist hier nicht Zuschauer, sondern wird miteinbezogen. Ich freue mich, dass sie nun im Vestibül des Rothschild-Palais zu sehen ist - auch von außerhalb des Gebäudes bei einem Blick durch die verglasten Türen."

Ein Gemälde als Bekenntnis zum Judentum

Erik Riedel neben Gemälde "Moses mit den Gesetzestafeln" von Moritz Daniel Oppenheim
Erik Riedel neben dem Gemälde "Moses mit den Gesetzestafeln" von Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882)

Erik Riedel ist der Leiter unseres Ludwig Meidner-Archivs. Ihm hat es dieses Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882) angetan, dem weltweit ersten akademisch ausgebildeten jüdischen Maler:

"Mit seinem großformatigen Ölgemälde "Moses mit den Gesetzestafeln" schuf Moritz Daniel Oppenheim für mich das zugleich monumentalste und subtilste Bekenntnis zum Jüdischsein in unserer neuen Dauerausstellung. Der damals 17- oder 18-jährige Kunststudent verband die aus der christlichen Kunst geläufigen Darstellungsformen des Propheten mit jüdischen Bezügen. So weisen beispielsweise die Zelte im Hintergrund Moses als Anführer der Israeliten aus, der sie aus der ägyptischen Knechtschaft befreite."

Der Moses erwartet Euch in einem der ersten Räume unserer neuen Dauerausstellung.

Holzschnitt zu ersten Buch Mose

Fenja Fröhberg neben Holzschnitt von Hermann Fechenbach (1897-1986)
Unsere ehemalige Volontärin Fenja Fröhberg neben einem Holzschnitt von Hermann Fechenbach (1897-1986).

Fenja Fröhberg war von 2018 bis 2020 Volontärin im Rahmen des lab.bode-Programms. Ihr Lieblingsobjekt bezieht sich auf das erste Buch Mose:

„Der Künstler Hermann Fechenbach (1897-1986) schuf diesen Holzschnitt 1924. Er ist das erste von 135 Werken, die er zu den Themen des ersten Buch Mose anfertigte, darunter die Schöpfungsgeschichte. Dieses Motiv stellt die Erschaffung des Lichts dar. Die Bilder Fechenbachs wurden damals als Abonnement angeboten: Alle zwei Wochen wurde ein weiteres Bild zu einer eigenen Sammelmappe hinzugefügt. Mir gefällt besonders der Ausdruck der Zeichnung. Überrascht hat mich die Größe: Die Bilder sind lediglich 5 cm groß – Briefmarkenformat.

Als Jude musste Fechenbach 1939 aus Nazi-Deutschland emigrieren. Er überlebte die Schoa im englischen Exil.“

Ein frühneuzeitliches Beschneidungsmesser

Manfred Levy neben einem Foto des Beschneidungsmessers
Manfred Levy neben einem Beschneidungsmesser, das im Museum Judengasse ausgestellt ist.

Manfred Levy ist Leiter unseres Bildungsbereichs. Sein Lieblingsobjekt aus unserer Sammlung ist dieses Beschneidungsmesser aus dem 18. Jahrhundert.

"Dieses Beschneidungsmesser löst in mir Furcht und Faszination aus. Furcht, weil damit jüdische Jungen im Alter von acht Tagen beschnitten wurden, das heißt, dieses Messer entfernte ihre Vorhaut. Faszination, weil es das Werkzeug ist, ohne das der Bund mit Gott nicht möglich ist. Beschneidung und Judentum sind seit tausenden Jahren untrennbar miteinander verbunden. Zudem fasziniert mich seine Provenienz, eine regelrechte Odyssee: Das Messer wanderte durch mehrere Museen und wurde von den Nazis geraubt.

Dieses Objekt erscheint auf den ersten Blick nicht sonderlich aufregend. In der Bildungsarbeit mit Jugendlichen eignet es sich jedoch hervorragend für die Vermittlung jüdischer, aber auch islamischer religiöser Inhalte. Es dient als Aufhänger für Gespräche und Diskussionen über Vorurteile (Beschneidungsdebatte), Gemeinsamkeiten und Unterschiede der monotheistischen Religionen."

Ausgestellt ist das Messer im Museum Judengasse. Das ist zwar derzeit geschlossen, auf Google Arts & Culture könnt Ihr aber einen virtuellen Blick in die Ausstellung werfen.

Ein Thora-Schild spiegelt modernes jüdisches Selbstverständnis

Kathrin Schön neben Thora-Schild von Johan Eduard Schürmann
Kathrin Schön neben einem Thora-Schild aus unserer neuen Dauerausstellung

Kathrin Schön ist die Leiterin des Bereichs Vermittlung in unserem Haus und eine der Kuratorinnen unserer neuen Dauerausstellung. Besonders gut gefllt ihr ein Tora-Schild mit bemerkenswerten Details.

"Dieses kunstvolle Tora-Schild von Johan Eduard Schürmann entstand um 1875 und zeichnet sich durch ein prägnantes Merkmal aus: Inmitten des teilweise vergoldeten Schilds seht Ihr die Gesetzestafeln, die Mose am Berg Sinai empfing, umfasst von einem Kranz aus Palmzweigen und Eichenlaub. Die Gestaltung dieses schönen Stücks vereint also jüdische und deutsche Elemente miteinander und spiegelt damit ein modernes jüdisches Selbstverständnis als deutsche Bürger jüdischen Glaubens im Nachgang zur Emanzipationszeit wider. Das macht das Schild für mich nicht nur zur zu einem ästhetisch ansprechenden, sondern auch zu einem historisch wertvollen und sprechenden Objekt."

Das Tora-Schild wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem liberalen Teil der Israelitischen Gemeinde Frankfurt gestiftet, deren Gottesdienste ab 1860 in der neuen Hauptsynagoge stattfanden. Wir zeigen das Tora-Schild in unserer Dauerausstellung in dem von Kathrin kuratierten Bereich zu innerjüdischer Diversität im 19. Jahrhundert.

Radio made by Displaced Persons

Werner Hanak neben einem Radio Modell Pionier U2
Werner Hanak neben einem Radio Modell Pionier U2 aus dem polnischen Dzierżoniów.

Werner Hanak ist unser stellvertretender Direktor. Ihm hat es dieses Radio angetan.

"Dieses Radio erzählt von einem überraschenden Aspekt der europäisch-jüdischen Geschichte nach 1945. Das Modell Pionier U2 war eines der beliebtesten Radios im Polen der Nachkriegszeit. Hergestellt wurde es im Radiowerk Dzierżoniów in Niederschlesien. Dzierżoniów und seine Geschichte, für die dieses Radio steht, ist ein historischer Geheimtipp, dem wir in der Ausstellung 'Unser Mut. Juden in Europa 1945-48' auf der Spur sind. Die Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für einige Jahre ein neues jüdisches Hoffnungsgebiet in Polen. Überlebende sowie aus dem sowjetischen Exil zurückgekehrte Jüdinnen und Juden zählten zeitweise mehr als die Hälfte der 16.000 Bewohner. Die jüdische Bildungsförderung ORT bot nicht nur agrarische, sondern vor allem radiotechnische Lehrgänge an, sodass zahlreiche junge Juden das Modell Pionier U2 und andere Radios bauen konnten.

Anti-jüdische Pogrome und kommunistische Repression in Polen stoppten jedoch bald diese einzigartige Entwicklung, sodass die Geschichte von Dzierżoniów heute vollkommen unbekannt ist. In unserer Ausstellung 'Unser Mut' könnt Ihr sie ab Frühjahr 2021 wiederentdecken."

Sommerliches Motiv von Kurt Levy (1911-1987)

Korbinian Böck neben einem Gemälde von Kurt Levy (1911-1987)
Korbinian Böck neben einem Gemälde von Kurt Levy (1911-1987)

Korbinian Böck ist Onlineredakteur und verantwortet unsere Social Media-Auftritte. Er liebt besonders dieses sommerlich anmutende Bild.

"Dieses Ölgemälde, Mann mit Baskenmütze, passt für mich sehr gut zu den derzeitigen frühsommerlichen Temperaturen. Trägt der Mann mit gebräuntem Teint eine Sonnenbrille zum bunten Hemd? Das Bild stammt aus der Feder des Exilkünstlers Kurt Levy (1911-1987). Es ist eines seiner letzten Bilder, gemalt im Jahr seines Todes. Er war in den 1930er-Jahren aus Nazi-Deutschland emigriert. In seinem kolumbianischen Exil konnte er sich beruflich, anders als viele andere deutsche Exilant*innen, erfolgreich etablieren und war als Maler tätig. Levys Farbpalette und seine Motive, darunter zahlreiche Stadtansichten, gefallen mir ausgesprochen gut."

Ein reich verziertes Kantorbuch

Sara Soussan neben reich verziertem Kantorbuch
Unsere Kuratorin Sara Soussan neben reich verziertem Kantorbuch

Sara Soussan ist unsere Kuratorin für jüdische Kulturen der Gegenwart. Ihr Lieblingsobjekt ist eine Leihgabe der Jüdischen Gemeinde Frankfurt:

„Der Sofer (Tora-Schreiber) der Frankfurter Börneplatz-Gemeinde, Elimelech Max Beer, schrieb und illustrierte dieses Kantorbuch im Jahr 1920. Die Familie Rothschild stiftete es der Synagoge. Der Ziseleur Leo Horowitz – Sohn des bekannten Rabbiners Dr. Markus Horowitz – versah das Buch mit kunstvollen Silberbeschlägen. Dieses Buch berührt mich in besonderer Weise: Welch‘ Manifestation von Frankfurts ehemaliger jüdischer Kraft! Welch‘ liebevolle und schöne Gestaltung!“

Das Buch ist Teil unserer neuen Dauerausstellung. Weitere kostbare Handschriften aus unserer Sammlung findet Ihr hier.

Fotoalbum aus dem DP-Lager Bergen-Belsen

Kata Bohus neben einem Foto aus dem Album über das Katset-Theater
Kata Bohus neben einem Foto aus dem Album über das Katset-Theater im DP-Lager Bergen-Belsen.

Kata Bohus war Kuratorin unserer geplanten Wechselausstellung "Unser Mut. Juden in Europa 1945-48". Eines ihrer Lieblingsobjekte ist dieses Fotoalbum:

"Dieses Fotoalbum haben wir von einem Mitglied der Frankfurter jüdischen Gemeinde erhalten. Es enthält Fotos der Aufführungen des Katset-Theaters im DP-Lager Bergen-Belsen unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Theatergruppe bestand aus jüdischen Überlebenden. Ihre Aufführungen waren frühe Versuche, die Schoa künstlerisch darzustellen. Das Album werden wir auch in unserer Ausstellung zur jüdischen Nachkriegsgeschichte zeigen."

Mehr über die Ausstellung erfahrt Ihr hier.

Das Stammhaus der Familie Rothschild

Sonja Thäder neben Aquarell von Emma Louise von Rothschild (1844-1935). Es zeigt das Stammhaus der Familie Rothschild in Frankfurt
Sonja Thäder neben Aquarell von Emma Louise von Rothschild (1844-1935)

Sonja Thäder ist unsere Kuratorin für die Geschichte der Familie Rothschild und Leiterin des Digitalen Museums. Ihr Lieblingsobjekt ist ein Bild des Stammhauses der Familie Rothschild:

"Dieses Aquarell von Emma Louise von Rothschild (1844-1935) zeigt das Stammhaus der Familie Rothschild in der Frankfurter Judengasse um das Jahr 1880, das Haus „Grünes Schild“. Es handelt sich um eine übermalte Fotografie auf Karton. Emma Louise war eine Tochter des Frankfurter Bankiers Mayer Carl von Rothschild und hatte ihren Cousin Nathaniel – den ersten Lord Rothschild – in England geheiratet. Trotz des finanziellen und sozialen Aufstiegs der Familie spielte die Erinnerung an ihre Ursprünge in der Frankfurter Judengasse durch alle Generationen eine wichtige Rolle. Das Aquarell ist dafür ein intimes und rührendes Beispiel.

Das Bild zeigt den Zustand des Hauses bevor die Gasse in den 1880er Jahren saniert und erweitert wurde. Das „Grüne Schild“ – links mit den geschlossenen Fensterläden – teilt sich gemeinsam mit dem Haus „Zum Schiff“ rechts davon einen Giebel. Hier hatte Mayer Amschel Rothschild, der Gründervater der Bankiersdynastie, seine erfolgreiche Firma gegründet und hier wohnte seine Frau Gutle bis zu ihrem Tode. Das Stammhaus blieb als einziges originales Bauwerk, wenn auch modifiziert, nach der Straßensanierung und dem Abriss eines Großteils der Judengasse erhalten und wurde zu einer regelrechten Touristenattraktion.“

Das Aquarell konnten wir 2016 mit Unterstützung unserer Freunde und Förderer ankaufen. In der Dauerausstellung zeigen wir es in der Abteilung über die Geschichte der Rothschilds, die Sonja Thäder kuratiert.

Abschiedsalbum für Jakob Nussbaum

Foto von Eva Atlan neben einem Selbstporträt des Künstlers Heinrich Gottselig
Eva Atlan neben einem Selbstporträt des Künstlers Heinrich Gottselig im Abschiedsalbum für seinen Künstlerkollegen Jakob Nussbaum.

Dr. Eva Atlan ist unsere Sammlungsleiterin und betreut einen Teil der Kunstsammlung. Ihr Lieblingsobjekt holte sie vor zwei Jahren aus Israel in unsere Sammlung:

"Als ich dieses Abschiedsalbum von den Nachfahren des Frankfurter Impressionisten Jakob Nussbaum (1873-1936) entgegennahm, war mir die Einzigartigkeit dieses Zeitzeugnisses sofort bewusst. Als Nussbaum sich 1933 gezwungen sah Deutschland zu verlassen, bekam er dieses Album von über 60 Freundinnen und Freunden aus der Frankfurter Kulturszene überreicht. Sie alle bringen in persönlichen Worten, Zeichnungen oder Fotografien die besten Wünsche für die Emigration in das damalige Britische Mandatsgebiet Palästina zum Ausdruck."

Einer seiner Freunde war der Künstler Heinrich Gottselig. Unter einer Fotografie seines Selbstbildnisses schreibt er: ‚Mit den Wünschen, dass Sie im Alt-Neuland die Heimat finden mögen.‘ Genau dieses Gemälde befindet sich als Dauerleihgabe in unserer Sammlung.

Das Abschiedsalbum war 2018 auch in unserer Nussbaum-Ausstellung im Hessenpark zu sehen. Mehr dazu erfahrt Ihr hier.

Selbstporträt von Ludwig Meidner

Erik Riedel neben Selbstporträt von Ludwig Meidner
Erik Riedel neben Selbstporträt von Ludwig Meidner

Erik Riedel leitet unser Ludwig Meidner-Archiv mit dem Schwerpunkt Exilkunst und er mag besonders gerne dieses Bild:

"Dieses Selbstporträt des bekannten Expressionisten Ludwig Meidner entstand vor etwas mehr als 100 Jahren, als dieser gerade seinen Kriegsdienst als Wachsoldat ableistete. Die Inschrift 'Ich! zerhauener Erdenkloß, verfehmt [!], apokalyptisch, Schädel zerweht im Winterwind!' scheint wie eine Vorahnung auf seinen späteren Lebensweg. Denn 20 Jahre später wurden seine Bilder in der NS-Propagandaausstellung 'Entartete Kunst' gezeigt und Meidner als jüdischer Künstler tatsächlich verfemt."

Mehr über Meidners Werk erfahrt Ihr in unserer Onlineausstellung auf dem Portal Google Arts & Culture.

Ein prächtiger Besamimturm

Mirjam Wenzel neben Foto eines Besamim-Turms
Unserer Direktorin Mirjam Wenzel hat es dieser prächtige Besamim-Turm im Museum Judengasse angetan.

Das Lieblingsobjekt unserer Direktorin Mirjam Wenzel steht im Museum Judengasse:

„Diesen Besamim- oder Gewürzturm mag ich ganz besonders gerne, weil er so viele Geschichten auf einmal erzählt: Er wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Schwäbisch Gmünd gefertigt, wo es damals keine jüdische Gemeinde gab. Er zitiert nicht nur Darstellungen aus der christlichen Bilderbibel. Die orientalisierende Form des Turms spiegelt auch, welche Vorstellungen der christliche Silberschmied mit jüdischen Ritualen verband.

Mehr über dieses prächtige Stück erfahrt Ihr in unserer Onlinesammlung

Ein modischer Hawdala-Leuchter

Sabine Kössling neben Hawdala-Leuchter
Unsere ehemalige Ausstellungsleiterin Sabine Kössling neben ihrem Lieblingsobjekt: einem Hawdala-Leuchter aus dem 18. Jahrhundert.

Unsere ehemalige Ausstellungsleiterin Sabine Kößling mag besonders diesen Leuchter aus dem Museum Judengasse:

"Dieser silberne Hawdala-Leuchter entstand um 1750. Er wurde für die Zeremonie zum Ausgang des Schabbat verwendet. Er gefällt mir besonders gut wegen der kleinen Figur in der Tracht der Frankfurter Juden im 18. Jahrhundert mit Umhang, Spitzenkragen und Bart. In den Händen trägt die Figur Weinkelch und Gewürzturm, also die anderen beiden Ritualgegenstände, die man für die Hawdala-Zeremonie benötigt. Der Leuchter stammt aus einer Frankfurter Familie. Die Nachfahren lebten in Jamaika, Großbritannien und heute in Israel. Diese Frankfurter Stück hat sie immer begleitet."

Schlagwortsammlung

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