Visualisierung des neuen Museumskomplexes des Jüdischen Museums Frankfurt mit Rothschildpalais und Erweiterungsbau

Architektur des neuen Jüdischen Museums

Historisches Rothschild-Palais und moderner Lichtbau

Mit der Erweiterung des Jüdischen Museums entsteht ein ganz neuer Museumskomplex. Neben dem historischen Rothschild-Palais erhebt sich nun ein moderner Lichtbau von Staab Architekten. Gemeinsam bilden sie ein stimmiges Ensemble aus alt und neu. Mitten in Frankfurt gibt es damit ein neues kulturelles Zentrum. Eröffnung ist im November 2019.

Am 16. Juli 2015 hat die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung die Erweiterung des Jüdischen Museums und die Sanierung des historischen Rothschild-Palais beschlossen. Im Winter desselben Jahres begannen die Bauarbeiten zum neuen Jüdischen Museum. Die Projektleitung liegt bei der stadteigenen MuseumsBausteine Frankfurt GmbH. Der Abschluss der Arbeiten steht unmittelbar bevor und wir freuen uns sehr, den neuen Museumskomplex im November 2019 zu eröffnen.

Renovierung des Rothschild-Palais

Die historisch erhaltenen Räume im Rothschild-Palais wurden restauriert, stellenweise behutsam ergänzt und mit den Räumen im Nachbargebäude zu einem Museumsrundgang verbunden. Hier und im Nachbargebäude Untermainkai 14 wurden Einbauten aus der Gründungszeit des Jüdischen Museums zurückgebaut und der historische Raumzustand teilweise wiederhergestellt. Von außen nicht sichtbar sind am Übergang zu den Altbauten zwei Aufzüge integriert, die alle Ausstellungsflächen in den historischen Gebäuden barrierefrei zugänglich machen.

Zur Geschichte des Rothschild-Palais

Einst Wohnhaus, später erste öffentliche Bibliothek Frankfurts und Museum: Erfahren Sie mehr über die Geschichte dieses klassizistischen Schatzes am Mainufer.

Diese historische Grafik zeigt eine Ansicht des Untermainkais in Frankfurt am Main mit dem Rothschildpalais

Neue Dauerausstellung auf drei Etagen

Auf drei Etagen des Rothschild-Palais präsentieren wir unsere neue Dauerausstellung. Darin erleben Sie die jüdische Geschichte Frankfurts von 1800 bis zur Gegenwart. Die früheren Jahrhunderte behandeln wir im Museum Judengasse.

Ein eigener Bereich ist für die Museumspädagogik vorgesehen mit Büros für die Pädagog*innen und zwei Veranstaltungsräumen. Im obersten Stockwerk findet ein Großteil der Museumsverwaltung ihren Platz.

Der Lichtbau von Staab Architekten

Der Lichtbau steht im früheren Garten des Rothschild-Palais auf dessen Rückseite. Entworfen von Staab Architekten, verdoppelt er die Nutzfläche des Museums. Allein im weitläufigen Kellergeschoss stehen uns künftig 630 qm für Wechselausstellungen zur Verfügung. Das Gebäude umfasst einen großzügigen Eingangsbereich hinter dem neuen Haupteingang, einen Veranstaltungssaal, eine Besucher- und Fachbibliothek nebst Archiv. Es bietet außerdem Platz für ein Museumscafé, einen Shop, Werkstätten und Verwaltungsräume.

Die Innenraumgestaltung des Gebäudes ist geprägt vom Gegensatz zwischen Sichtbetonoberflächen und warmer Holzvertäfelung. Durchbrüche, Lichteinfälle und Split-Level erzeugen ein unerwartetes Raumerlebnis. Das architektonische Zentrum bildet ein lichtdurchflutetes Atrium. Um dieses herum gruppieren sich die öffentlichen wie nichtöffentlichen Bereiche. Von oben blicken Besucher*innen von Bibliothek und Café durch große Fenster in die Halle.

Neuer Museumsvorplatz

Modell des Kunstwerks "Untitled / Ohne Titel" für das neue Jüdische Museum Frankfurt von Ariel Schlesinger
Der israelische Künstler Ariel Schlesinger hat für das Jüdische Museum Frankfurt eine Baumskulptur entwurfen, hier im Modell. Im Frühjahr 2019 wird das Kunstwerk vor dem Rothschildpalais enthüllt.

Lichtbau und Rothschild-Palais öffnen sich zu den Frankfurter Wallanlagen hin zu einem neuen einladenden Museumsvorplatz. Er trägt seit 2019 den Namen Bertha-Pappenheim-Platz und ist die neue Adresse des Museums. An der Verbindung von Alt- und Neubau empfängt die Besucher*innen weithin sichtbar eine 11 Meter hohe Baumskulptur von Ariel Schlesinger.