Mirjam Wenzel zur Honorarprofessorin an der Goethe Universität ernannt

Starke Verbindung zwischen Universität und Jüdischem Museum

Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, ist Honorarprofessorin der Goethe-Universität. Der Senat hat den Antrag des Instituts für Judaistik, wo Wenzel lehrt, einstimmig angenommen.

Porträt von Mirjam Wenzel
Mirjam Wenzel

„Die Ernennung von Mirjam Wenzel ist für die Goethe-Universität ein weiterer wichtiger Baustein für die Erforschung jüdischer Kultur und Geschichte in Deutschland. Dieser Forschungsbereich gehört zur DNA unserer Universität – wurde sie doch vor allem auf Initiative jüdischer Bürger hin und mit deren finanziellen Mitteln errichtet. Die judaistische Forschung erhält mit Frau Wenzel und dem Jüdischen Museum einen weiteren wissenschaftlichen Dreh, von dem auch die Studierenden sehr profitieren werden“, sagte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff nach der Abstimmung im Senat. Die Unipräsidentin selbst gehört seit 2017 dem Kuratorium des Jüdischen Museums an.

Dr. Mirjam Wenzel ist an der Goethe Universität keine Unbekannte: Sie wirkt im Rat für Third Mission mit, ist Lehrbeauftragte am Institut für Judaistik und beteiligt sich an wissenschaftlichen Konferenzen und Lehrveranstaltungen. Mit ihrer Ernennung zur Honorarprofessorin erkennt die Goethe Universität nicht nur ihre wissenschaftliche Tätigkeit an, sondern unterstreicht auch ihre institutionelle Verbindung mit dem Jüdischen Museum, das die jüdische Geschichte und Kultur Frankfurts erforscht und im Gedächtnis bewahrt. Da die Goethe Universität im Jahr 1914 maßgeblich von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern und jüdischen Stiftungen gegründet und finanziell ermöglicht wurde, ist sie der Erinnerung an die jüdische Geschichte Frankfurts besonders verpflichtet. Mit der Ernennung von Mirjam Wenzel zur Honorarprofessorin findet dies seinen Niederschlag in der Lehre. Dr. Wenzel wird den Studierenden nicht nur einen Zugang zur materiellen jüdischen Kultur vermitteln, sondern sie auch in die Forschungstätigkeiten des Museums einbeziehen.  

„Die Ernennung ist für mich eine große Ehre, über die ich mich sehr freue. Es ist für mich persönlich wie auch für mein Museum immer wieder eine Bereicherung, Studierende an die visuellen und materiellen Facetten jüdischer Kunst und Kultur heranzuführen,“ kommentierte die neue Honorarprofessorin Mirjam Wenzel die Entscheidung des Senats. Der Austausch mit den Studierenden werde die Museumsarbeit erweitern, zeigte sie sich überzeugt.

Dr. Mirjam Wenzel, geboren 1972, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Politik- und Theaterwissenschaft in Berlin und Tel Aviv und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Philologie der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Ihre Promotion beendete sie mit dem Leo-Baeck-Fellowship der Deutschen Studienstiftung zur Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums in Europa. Sie erschien 2009 unter dem Titel „Gericht und Gedächtnis: Der deutschsprachige Holocaust-Diskurs der sechziger Jahre“. Dr. Wenzel ist Mitherausgeberin mehrerer Kataloge und Aufsatzsammlungen und Autorin einer Vielzahl an wissenschaftlichen Texten, Essays und Blogbeiträgen zur medialen Rezeption des Holocaust, zur Kritischen Theorie, insbesondere zu Siegfried Kracauer, Theodor W. Adorno und Hannah Arendt, zur zeitgenössischen Kunst sowie zur deutsch-jüdischen Kulturgeschichte. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete sie als freiberufliche Ausstellungskuratorin. Von 2007 bis 2015 verantwortete sie als Leiterin der Medienabteilung die Vermittlung jüdischer Geschichte und Kultur in digitalen und gedruckten Medien am Jüdischen Museum Berlin. Seit 2016 leitet Dr. Mirjam Wenzel das älteste jüdische Museum der Bundesrepublik Deutschland. 

Porträt von Christine Wern
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